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Start / Ausstellungen / 2012 / Wilfrid Moser Lukas Rapold Ludwig Stocker - Idea
Samstag, 17. März 2012 – Samstag, 5. Mai 2012
Moser, Wilfrid |Entwurf zu Brunnenskulptur, 1975 |Kunstharz bemalt, 3-teilig |25 x 20 x 14 cm |Ref. 2011
Moser, Wilfrid
Entwurf zu Brunnenskulptur, 1975
Kunstharz bemalt, 3-teilig
25 x 20 x 14 cm
Ref. 2011

Wilfrid Moser
Lukas Rapold
Ludwig Stocker - Idea

VERGANGENE AUSSTELLUNG:
17. März bis 05. Mai 2012

Wilfrid Moser
Lukas Rapold
Ludwig Stocker - Idea



Wilfrid Moser - Werk

Mosers künstlerische Sprache ist der Expressionismus. Frühe prägende Erlebnisse – u.a. die van Gogh–Ausstellung im Kunsthaus Zürich 1924 – weisen ihm den Weg. Mit der Holzschnittserie Plurima Mortis Imago (Totentanz Stalingrad), 1942, entsteht ein erster bedeutender Bildzyklus in der formalen Tradition des expressionistischen Holzschnitts und der Volkskunst. Moser reagiert damit auf den Zweiten Weltkrieg. Im Paris der Nachkriegszeit findet er in den Strassenansichten, den Metzgereien (Bladinaux), dem Tiergarten (Jardin des Plantes) seine Motive und mit dem Bildtypus der «offenen Häuser» und der Métro entstehen Existenzformeln für den unbehausten, getriebenen Menschen der Grossstadt. Stilistisch orientiert sich Moser am Expressionismus von Georges Rouault und Maurice Utrillo. James Ensor ist Referenz für die Darstellung der Menschenmasse, die sich durch den Untergrund der Métro schiebt (Métro Ensor). Von Anfang an ist das Zeitbedingte und Alltägliche von Mosers Motiven in der Zeitlosigkeit mythologischer Themen aufgehoben, die Métro wird zur Unterwelt. Aus den orthogonalen Rastern der «offenen Häuser» sowie den Gittern der Tierkäfige des Jardin des Plantes entwickelt Moser in den 50er Jahren aus anfänglich lyrischen abstrakten Farbkompositionen die gestische Abstraktion. Er gilt als führender Vertreter des Tachismus, einer avantgardistischen Tendenz innerhalb der Deuxième Ecole de Paris. Der Farbfleck, die «tache» – pastos mit dem Spachtel aufgetragene Farbstreifen – ist bildnerische Grundeinheit der Komposition. Diese gestische Abstraktion wurzelt ebenso in Mosers Realismus der 40er Jahre, der geprägt ist von einer existentiellen Betroffenheit. Der Begriff «existenzielles Informel» (Matthias Frehner) wird Mosers künstlerischer Haltung gerecht. Die Titel der abstrakten Kompositionen verweisen auf die Hauptthemen in Mosers Werk: Carrara, der Ort, wo sich der schöpferische Prozess materialisiert, Venedig, die Stadt des Lichts (San Giorgio, Giudecca), Landschaftsfragmente, als geschichtliche und persönliche Erinnerungsträger (Aea, Taiga, Mojacar), Anspielungen auf die Literatur (Homers Odyssee mit Eurylochos). Ab Ende der 50er Jahre wird Mosers Malerei expressiver, die Bildinhalte dramatischer und mit figurativen Elementen durchsetzt. Die Collage wird zum stilistischen Mittel. Guido Magnaguagno spricht von der Schaffensphase 1961–1966 als den «wilden» Jahren Mosers. Mit der Concierge greift Moser das Motiv der «offenen Häuser» wieder auf und in der Eurylochos-Serie finden die Metzgereien der 40er Jahren eine Neuformulierung mit motivischen Referenzen an die geschlachteten Tierleiber von Rembrandt und Chaim Soutine. Im umfassenden Zyklus der Métro-Bilder (1961–1965) findet das urbane Lebensgefühl eine malerische Entsprechung. Moser hat mit dieser «Paysage de Métro» die Grossstadtikonografie des 20. Jahrhunderts um einen neuen Bildtypus erweitert (Tina Grütter). In der zweiten Hälfte der 60er Jahre beschäftigt sich Moser real mit dem dreidimensionalen Raum, ausgehend von Assemblagen aus bemalten und collagierten Holzbrettern. Ab 1966 Erarbeitung der farbigen, rot-weiss- oder blau-weiss-gestreiften Kunststoffplastiken aus Epoxyd-Kunstharz, von Moser als «begehbare Bilder» bezeichnet, die zu seinem Markenzeichen werden. Als erste Grossplastik entsteht A Midsummer Night’s Dream in Soho, 1969/70 (Kunsthaus Zürich). Ab 1978 Bilder mit realistisch gemalten Gesteinslandschaften, parallel dazu Serie der Baum- und Unterholzdarstellungen. Moser findet zu einer Neuformulierung des gemalten Raumes. Die Marmorsteinbrüche von Carrara und die Granitsteinbrüche im Tessin werden zu Endzeitlandschaften (La clé de l’abîme). Ab 1983 späte Phase der Auflösung des Motivs. Der Zyklus Pont Alexandre und die grossformatigen Pastelle sind Höhepunkte in Mosers Spätwerk.

Im Frühwerk erarbeitet Moser Bildmotive, die ihre Relevanz behalten für sein gesamtes künstlerisches Schaffen. Wiederaufnahmen und Neuformulierungen charakterisieren die verschiedenen Werkphasen, dabei lotet Moser den Expressionismus zwischen Figuration und Abstraktion aus ohne die thematische Verbindlichkeit aufzugeben. Seine Bilder handeln von der Betroffenheit vor der Welt, von der condition humaine.

Text von Gabriele Lutz, Zürich

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